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Sonntagspresse will Schmid retten

Sonntag, 27. Juli 2008 9.085 mal angesehen 4 Kommentare

Samuel SchmidJene, die massgeblich an der widerlichen Hetzjagd gegen Armeechef Nef beteiligt waren, spielen sich nun als Auguren des Volkes auf indem sie behaupten, dass das Volk gegen einen Rücktritt von Bundesrat Samuel Schmid sei.

Man stützt sich dabei auf eine Umfrage vom Sonntagsblick wonach angeblich 71% der Befragten gegen einen Rücktritt von Schmid und nur 23% dafür seien. Dies erstaunt, da in derselben Umfrage angeblich 46%  Schmid für gar nicht oder eher nicht glaubwürdig halten und ihm 65% Führungsschwäche vorwerfen. Offenbar wollen einige dieser Leute aber dennoch am Bundesrat festhalten. Das ist unlogisch, denn wer will schon an einem Bundesrat festhalten, den er für eher nicht glaubwürdig bis gar nicht glaubwürdig und obendrein noch für führungsschwach hält?

Immerhin waren offenbar aber auch rund 64% der Ansicht, dass die Trennung von Armeechef Nef von seiner Partnerin Privatsache sei. Nur ein Drittel sei der Ansicht gewesen, dass dies von öffentlichem Interesse sei.

Unklar bei der vom Sonntagsblick durchgeführten Umfrage ist jedoch wie repräsentativ diese ist. Das ist jedoch bei Umfragen von Boulevard-Medien praktisch immer unklar. Journalisten, die aufgrund dieser Umfrage zum Schluss kommen wollen, dass das Volk hinter Schmid stünde und voreilige bzw. unseriöse Schlussfolgerungen ziehen, haben offenbar ein Interesse daran ihre Leser zu manipulieren. Dies trifft zumindest dann zu, wenn sie nicht vor Veröffentlichung ihrer Schlussfolgerung abgeklärt haben wie die Umfrage durchgeführt wurde und ob diese repräsentativ ist.

4 Kommentare »

  • Thommen schrieb:
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    Die interessante Frage ist nicht, WER zurücktreten soll, sondern welche Vorwände dazu gebraucht werden! Und sie sind seit Elisabeth Kopp sehr unterschiedlich…

  • Alexander Müller (Autor) schrieb:
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    Den Fall Kopp kann man jetzt beim allerbesten Willen nicht mit dem Fall Schmid vergleichen. Kopp musste zurücktreten weil man ihr Vorwarf, ihrem Mann Insiderinformationen über eine bevorstehende Ermittlung der Bundesanwaltschaft zukommen gelassen zu haben. Das stimmte aber so nicht, wie es sich im Nachhinein, nachdem sie von den Medien und der FDP (ihrer eigenen illoyalen Partei) zum Rücktritt gezwungen wurde, herausgestellt hat.

    Schmid hingegen macht man den Vorwurf, dass er führungsschwach ist und das VBS nicht im Griff hat und davon konnten wir uns in den letzten Tagen alle selbst übereugen.

    Aber schon klar, FRAU Kopp musste wegen einer unbewiesenen Lapalie gehen (wie auch Armeechef Nef) währendem der „Versager“ Schmid und der wegen „Betrugs“ verurteilte Cron weiterhin im Amt bleiben dürfen. Seien wir doch ehrlich die linken Parlamentarier würden Schmid nie und nimmer abwählen, sie waren es ja schliesslich, die ihn gegen den Willen der SVP einst in den Bundesrat gewählt haben. 😉

  • Dan schrieb:
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    Vielleicht lieber ein unglaubwürdiger Bundesrat wie Schmid, statt ein Zürcher SVP’ler im Bundesrat.
    so könnte das Volk denken

  • Alexander Müller (Autor) schrieb:
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    Das ist eben fatal. Die gegenwärtigen Bundesräte treten von einem Fettnäpfchen ins andere und decken sich gegenseitig. Jetzt wo Blocher nicht mehr im Bundesrat ist haben sie sich eine Wohlfühloase geschaffen und niemand kann offenbar mehr etwas dagegen unternehmen. Sowas schadet unserem Land.