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Obligatorische Bundesübung

Samstag, 30. August 2008 419 mal angesehen 2 Kommentare

freier SchweizerHeute war es wieder einmal soweit. Wie jeder anständige Schweizer, der nicht behindert und deshalb wehrpflichtig ist, hatte auch ich meine Pflicht dem Vaterland gegenüber zu tun. Also nutzte ich die letzte ordentliche Gelegenheit um das obligatorische Schiessprogramm für dieses Jahr zu absolvieren.

Seit einem Jahr hatte ich die Waffe nicht mehr in der Hand, nun griff ich wieder zur Waffe und zum Gehörschutz und machte mich auf zum Schiessplatz meiner Wohngemeinde. Ein herrliches Gefühl, ein Gefühl der Freiheit die Waffe gleich zur Hand zu haben (nur Schrank öffnen) und nicht erst noch mit dem Auto meilenweit zu einem weit entfernten Zeughaus fahren zu müssen um dort die Waffe zu holen. Denkt an den Umweltschutz!

Ausgeschlafen konnte ich aufgrund des kurzen Weges zum Schiessplatz das Haus um 10 Uhr verlassen. Man hatte Zeit das Programm von 9.00-12.00 Uhr zu schiessen. Ich wollte aber nicht der Letzte sein und habe meine Wohnung daher frühzeitig verlassen.

Als ich mich dem Schiessplatz näherte, hörte man schon von weitem die Schüsse. Es wurde fleissig geschossen. Nachdem ich mein Auto auf dem Parkplatz des Schützenhauses parkiert hatte, griff ich zur Waffe, nahm den Gehörschutz und ging zum Schützenhaus. Am Eingang wurde die Waffe kontrolliert. Es war selbstverständlich alles in Ordnung, die Sperre für das Serienfeuer eingestellt, das Magazin draussen, den Abzug nach hinten gezogen usw. Drinnen überreichte ich einem Kontrolleur mein Schiessbüchlein, erhielt die für das Programm notwendige Munition und kaufte noch 8 Probeschüsse für CHF 2.80 hinzu. Je 4 Schuss für die A-Scheibe und 4 für die B-Scheibe. (Ich hielt dies für vernünftig, da ich ja seit einem Jahr nicht mehr geschossen hatte. Man hat dann Gelegenheit die Waffe noch einzustellen bevor es ernst wird). Anschliessend entfernte ich noch das Fett aus dem Lauf meiner Waffe, lud das Magazin und ging zu einem Schiessaktuar, der gerade einen Platz frei hatte. Meine Scheibe war jene mit der Nummer 1. Mein Visier war auf weiss 3 eingestellt, denn ich ziele auf das schwarze Korn. (Trage während dem Schiessen eine Brille, da ich kurzsichtig bin).

Der 1. Schuss auf die A-Scheibe war eine 5. (Das ist das Maximum, welches man erzielen kann. Ich traf mitten ins Schwarze.) Der Schiessaktuar meinte zu mir, dass ich ja gar keine Probeschüsse nötig hätte. Ich erwiderte, dass dies lediglich Glück gewesen sei und mich ja erst wieder an die Waffe gewöhnen müsse. Der 2. Schuss war dann auch nur eine 4 (fast mitten ins Schwarze). Eigentlich war es kinderleicht.

Mit der Zeit liess dann allerdings meine Konzentration und Kondition etwas nach. Dies zeigte sich dadurch, dass es mir (gestützt auf meine Ellbogen) schwerer fiel die Waffe kurz vor dem Abfeuern ganz ruhig zu halten. Sprich es gab dann eine Spannweite von 2-5 Punkten, die ich im Zuge des Programms bei den verschiedenen Schüssen erzielte. Sollte wieder mehr ins Fitnessstudio gehen und weniger vor dem PC hocken. Man muss beim Zielen auf die Atmung achten und sollte die Arme, auf denen man sich bzw . die Waffe abstützt möglichst ruhig halten. Die B-Scheibe ist etwas schwieriger als die A-Scheibe und ausserdem muss man gemäss Programm zuerst mehrere Schüsse hintereinander abfeuern und erhält die Resultate erst danach. So kann man zwischen den einzelnen Schussabgaben nicht gezielt korrigieren. 

Fazit: Ich habe zwar mit 63 Punkten nicht gerade das beste Resultat erzielt und habe auch schon besser geschossen aber das Resultat ist durchaus noch ein anständiges. Damit dürfte ich im Mittelfeld liegen und somit bin ich zufrieden. Nötig für das Bestehen sind glaube ich 42 Punkte oder so. Ich habe meine Pflicht also locker erfüllt. Irgendwie hat es sogar Spass gemacht.

Möglicherweise könnte ich mit etwas mehr Übung und Konditionstraining noch mehr aus mir herausholen. Es ist ja ungefähr so wie wenn man das 10-Fingersystem beim Tastaturschreiben lernt. Übung macht den Meister. Ein Schiessaktuar fragte mich, ob ich nicht Lust hätte am Feldschiessen teilzunehmen. Es würde jeweils im Mai stattfinden. Das werde ich mir wirklich überlegen, bisher hatte ich keine Freude am Schiessen und sah es als leidige Pflicht an. Deshalb bin ich auch meist erst am letzten offiziellen Tag das obligatorische Programm schiessen gegangen. Mittlerweile habe ich meine Einstellung aber etwas geändert. Es macht inzwischen sogar Spass und ich könnte das ja öfters machen. (Ich meine andere gehen Fischen, dabei töten sie Tiere, wer hingegen im Schützenhaus Kugeln auf eine Zielscheibe schiesst tötet niemanden! Ausserdem, für etwas hat man ja eine Waffe zuhause und die Leute im Schützenverein freuen sich sicher über junge Teilnehmer und da ja meine Dienstpflicht bei der Armee ohnehin bald beendet ist…naja, schauen wir mal. Das Feldschiessen ist ja erst am nächsten Mai.

2 Kommentare »

  • Michael Jäger schrieb:

    Das ist, mit Verlaub gesagt, eine ziemlich banale Beschreibung einer schiesspulver-getriebenen Auto-Stimulation, die mit Deinem Selbstverständnis als Blogger für eine “eigenständige Schweiz” nur sehr bedingt etwas zu tun hat. Schreib mal wieder über Spannendes. HarmoS zum Beispiel…

  • Alexander Müller (Autor) schrieb:

    Ich hatte in letzter Zeit viel um die Ohren und kam daher etwas weniger zum Schreiben. Das Forum (Daily Talk) musste u.a. an die verschiedenen Browser angepasst werden.

    Weshalb habe ich diesen Artikel geschrieben? Weil es darum geht aufzuzeigen, dass die grosse Mehrheit der wehrpflichtigen Schweizer absolut vernünftig mit ihrer Armeewaffe umgeht.

    Wenn in den Medien immer wieder Einzelfälle in Hetzkampagnen hochstilisiert werden und dabei verschwiegen wird, dass die Mehrheit Tötungsdelikte mit zivilen Waffen verübt werden und die Mehrzahl der Täter Ausländer ohne Armeewaffe sind, die teilweise sogar illegal im Besitz einer Waffe sind, dann muss man auch mal hinstehen und den Leuten sagen wie es wirklich ist.

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